Die Formulierung „marktgerechtes Gehalt“ oder „gute Vergütung“ in einer Stellenanzeige? Damit ist bald Schluss. Durch eine neue europäische Richtlinie, die die EU-Mitgliedstaaten bis Juni in nationales Recht umsetzen müssen, werden Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitssuchende bereits in der Stellenanzeige oder vor dem Bewerbungsgespräch über das Einstiegsgehalt oder die Gehaltsspanne der ausgeschriebenen Position zu informieren. Doch wie steht Deutschland derzeit da? Und wie transparent sind andere europäische Länder bislang? In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber.
Ziel der neuen Regelungen ist es insbesondere, das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen zu verringern. So müssen das Gehalt oder die Gehaltsspanne bereits vor dem ersten Bewerbungsgespräch bekannt sein, Fragen zur bisherigen Vergütung dürfen nicht mehr gestellt werden, und große Unternehmen müssen verpflichtend über Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen berichten.
Viele Arbeitgeber in Europa geben das Gehalt bereits freiwillig in Stellenanzeigen an. Das kann Unternehmen nämlich Vorteile bringen. Für Arbeitnehmer wird es immer wichtiger, direkt einen klaren Eindruck von ihrem Gehalt zu erhalten; heutzutage wünschen sie sich transparente Informationen über die Arbeitsbedingungen. Wenn Arbeitgeber diese Informationen bereitstellen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich Bewerber eher dort bewerben als bei einem Unternehmen, das keine Transparenz über das zukünftige Gehalt bietet.
Doch wie häufig wird das Gehalt tatsächlich in Stellenanzeigen in Deutschland angegeben? Und wie verhält sich dies im Vergleich zu anderen europäischen Ländern? Wir haben es für Sie für den Zeitraum von April 2025 bis einschließlich April 2026 zusammengestellt. Dadurch erhalten Sie einen klaren Überblick über die Entwicklungen im vergangenen Jahr.
Wir sehen, dass Deutschland im Vergleich zu den umliegenden Ländern hinterherhinkt; durchschnittlich enthalten dort rund 20 % der Stellenanzeigen eine Gehaltsangabe. Auch Belgien liegt zurück. In Frankreich wird das Gehalt bereits häufiger in Stellenanzeigen genannt, dort liegt der Anteil bei etwa 30 %. Die Niederlande sind beim Angeben von Gehältern eindeutig Vorreiter, mit durchschnittlich rund 50 %. Da die neuen Regelungen im Juni in Kraft treten, werden viele Arbeitgeber umdenken und das Gehalt künftig in der Stellenanzeige angeben müssen.
Deutschland liegt im Vergleich zu den anderen Ländern noch zurück. Doch wie verteilt sich dies nach Bildungsniveau? Wird das Gehalt beispielsweise häufiger in Stellenanzeigen auf Bachelor-Niveau oder eher auf Master-Niveau angegeben? Wir sehen, dass Stellenanzeigen auf Bachelor-Niveau am häufigsten ein Gehalt nennen. Aber auch das Ausbildungsniveau liegt dicht dahinter. Beim Hauptschulabschluss wird am seltensten ein Gehalt angegeben.
Jobdigger bietet neben Arbeitsmarktdaten für Deutschland auch Daten für die Niederlande, Belgien, Frankreich und Österreich. Diese Daten werden kontinuierlich aktualisiert und sind für Nutzer von Jobdigger jederzeit zugänglich. Finden Sie die neuesten Stellenanzeigen und nutzen Sie Markt- sowie Unternehmensanalysen. Möchten Sie mehr erfahren oder eine kostenlose und unverbindliche Demo anfordern? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit einem unserer Kollegen auf.
Immer über die neuesten Entwicklungen informiert bleiben? Folgen Sie uns auch auf LinkedIn und
Dann fordern Sie gleich unverbindlich eine Online-Demo an